Montag, 20. März 2017

Wir erobern den Wald - Teil 1

Hallo ihr Lieben,

donnerstags gehen wir nun regelmäßig mit einer geführten Mutter-Kind-Gruppe in den Wald. Natürlich machen wir das auch oft alleine, aber so kommt Finn auch mal unter andere Kinder und selbst ich konnte noch etwas dazulernen. Was wir alles an unserem ersten Donnerstag erlebt haben, erzähle ich euch heute.




Es war super Wetter. Schon beim Aufstehen kam die Sonne durchs Fenster. Mit 10°C war es zwar nicht sonderlich warm, aber trotzdem angenehm.
Pünktlich um halb zehn ging es los.
Haha, natürlich nicht. Bis alle Mamas samt Buggy, Bollerwagen oder Kind an der Hand eingetrudelt waren, war es schon gut viertel vor zehn. Aber so ist das eben mit Kindern ;-)

Dann sind wir gemütlich los gewatschelt und haben eine Menge über die umstehenden Bäume und Blumen erfahren. Kennt ihr zum Beispiel die Märzenbecher?
Ich hätte sie wahrscheinlich als Schneeglöckchen abgestempelt, aber es gibt schon große Unterschiede. So haben die Märzenbecher, die übrigens nur wenige Wochen im März wachsen, für sich typische gelb-grüne Spitzen und einen ganz anderen Blütenkopf. So hübsch sie auch sind, pflücken durften wir sie nicht, stehen unter Naturschutz.



Dafür durften und konnten wir von einer anderen Pflanze eine ganze Menge pflücken. Dem Bärlauch. Riesige Flächen vom Waldboden ähneln einem grünen Teppich und der Knoblauch-ähnliche Duft ließ gleich auf Bärlauch deuten.
Dank meines fleißigen Helfers hatte ich neben Bärlauch noch vieles mehr im Beutel.




Auch wenn ich es mir jedes Jahr vornehme, habe ich noch nie selber Bärlauch gepflückt, obwohl der Wald gegenüber total voll damit ist. Naja, nun habe ich es ja doch mal geschafft. Noch ist er leicht zu finden, aber wenn erstmal die Maiglöckchen sprießen, sind die beiden leider leicht zu verwechseln. Das Maiglöcklich ist beim Verzehr im Gegensatz zum Bärlauch giftig, deshalb ist Vorsicht geboten und am besten sollte man sich voher genau erkunden woran man den Bärlauch erkennt. Ein typisches Merkmal ist z.B. das Blatt. Der Bärlauch ist immer nur einstänglich. Wobei das Maiglöckchen einen dicken Stängel hat, von dem dann mehrere Blätter abgehen. Aber das ist nur ein Anhaltspunkt, wenn ihr wirklich selber pflücken wollt, erkundigt euch woanders genauer. Ich will euch hier ja nicht vergiften ;-)
Und noch ganz wichtig, nur vor der Blütezeit sammeln und essen. Danach ist er leider giftig.
Aus den gesammelten Blättern habe ich übrigens ein super leckeres Pesto gemacht. Das Rezept folgt die Woche.




Außerdem haben wir Scharbockskraut gesammelt. Ich muss zugeben ich habe vorher noch nie etwas davon gehört. Bewusst wahrgenommen habe ich es auch noch nie, aber jetzt wo ich es kenne, finde ich es an jeder Ecke im Wald. Vor der Blüte ist es zum Verzehr in Maßen geeignet. Es ist sehr Vitamin-C-haltig, woher es auch seinen Namen hat. Scharbock ist nämlich eine alte Bezeichnung für die Vitamin-C-Mangelerkrankung Skorbut. Mit dem Verzehr des Krautes trat schnell Besserung ein.
Man erkennt das Kraut an seinen fast herzförmigen Blättern und an seinen warzenförmigen Wurzeln.
Aber bitte verlasst euch dabei auch nicht nur auf mein Halbwissen ;-)



Auch Giersch war für mich völlig neu. Vorher war das für mich alles nur Gras und Unkraut. Nun weiß ich, wo ich kostenlosen Salat herbekomme, wenn es am Monatsende mal knapp wird ;-)
Auch Giersch ist sehr Vitamin C-haltig. Vier mal mehr als in einer Zitrone und das hat schon was zu heißen. Besonders gut sollen die kleinen, weichen Blätter schmecken.
Auch davon haben wir ein paar mit nach Hause genommen.



Mit dem Scharbockskraut und dem Giersch habe ich einen einfachen Salat etwas aufpeppt. Es verleiht dem ganzen etwas mehr Würze.
Nach dem Verzehr habe ich mich auch schon viel Vitamin C-mäßiger gefühlt ;-)


Ich freue mich schon auf den nächsten Donnerstag und bin gespannt was wir diesmal erleben. Ich werde es euch auf jeden Fall wieder erzählen.

Pflückt ihr auch gerne Kräuter oder ähnliches im Wald? Wenn ja, was sind eure Favoriten. Her mit euren Tipps :)

Liebe Grüße

 

Kommentare:

  1. Oh toll, eine geführte Gruppe. So etwas würde ich ja auch gerne machen. Aber ich glaube, dass gibt es in unserer Stadt wohl nicht...

    Liebe Grüße Melanie

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  2. Huhu Swantje,

    wie wunderbar, so etwas macht man viel zu selten. Ich bin begeistert! Ich pflücke zwar eher selten Kräuter im Wald - da hätte ich viel zu viel Angst, dass ich etwas Falsches als Kräuter erkennen würde - aber ich liebe es im Wald zu spazieren. Alleine der würzige Duft, herrlich! :)

    Herzliche Grüße - Tati

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